Definition Inkontinenz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Harninkontinenz ist jeglicher, unwillkürlicher Harnverlust (Abrams et al. 2002).

Kontinenz ist die Fähigkeit, willkürlich und zur passenden Zeit an einem geeigneten Ort die Blase zu entleeren.

Kontinenz beinhaltet weiterhin die Fähigkeit, Bedürfnisse zu kommunizieren, um Hilfestellungen zu erhalten, wenn Einschränkungen beim selbstständigen Toilettengang bestehen

(Royle und Walsh zit. in Getliffe & Dolman 1997).

 

Tabu

Wer ist betroffen?

Inkontinenz ist ein weit verbreitetes Leiden, welches in der Bundesrepublik Deutschland etwa 6 Millionen Menschen beider Geschlechter und aller Altersstufen betrifft. Durch Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit und sozialen Rückzug stellt die Harninkontinenz für den Betroffenen oft eine schwere körperliche und seelische Belastung dar mit deutlicher Einbusse an Lebensqualität. Aus Schamgefühl wird das Leiden oft lange - selbst dem Arzt gegenüber - verschwiegen.

In Anbetracht der unterschiedlichen Formen und Ursachen von unwillkürlichem Urinverlust ist es für Betroffene ganz entscheidend, sich an einen erfahrenen Arzt, insbesondere einen Urologen, zu wenden. Ihm ist es möglich, durch gezielte Fragestellungen und Untersuchungen eine individuell angepasste Therapie einzuleiten. Durch eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsmöglichkeiten ist Inkontinenz heutzutage in sehr vielen Fällen heil- oder zumindest deutlich verbesserbar!

Frauen und Männer, die unter Blasenschwäche leiden, können nicht mehr kontrollieren, wann sie auf die Toilette müssen. Es gibt verschiedene Arten der Krankheit, am häufigsten leiden Frauen unter so genannter Belastungsinkontinenz. Das bedeutet das Tätigkeiten wie Husten oder Lachen oder das Heben von Gegenständen zu unkontrolliertem Urinverlust führen. Männer hingegen werden öfter von der Dranginkontinenz geplagt.

Darunter versteht man häufigen, schier nicht beherrschbaren Harndrang, der oft zu einem unfreiwilligem Harnabgang führt, ehe die Toilette erreicht wird oder sich der Betroffene von seiner Hose befreien kann. Bis zu 80% aller männlichen Inkontinenz-Patienten leiden unter dieser Form.

Die Fachärzte sprechen auch von einer Urge-Inkontinenz oder einer "überaktiven Blase".

Blasenschwäche ist nicht gefährlich, für die Betroffenen aber sehr unangenehm. 40 Prozent der Betroffenen verheimlichen, dass sie an Blasenschwäche leiden, und tun sie als hygienisches Problem ab, weil es ihnen peinlich ist, darüber zu sprechen. Blasenschwäche gehört damit zu den medizinischen Leiden, die am seltensten behandelt werden.

Blasenschwäche beginnt meist harmlos: Anfangs verliert der Patient nur einen einzigen Tropfen Urin, nach einem Jahr sind es plötzlich zwei - und irgendwann so viel, dass die Patienten anfangen, ihren gesamten Alltag darauf auszurichten. Wenn Medikamente und Therapien keine Linderung verschaffen hilft oft nur noch die Versorgung der Patienten mit Inkontinenzhilfsmitteln.